Die Erfahrung, dass der Körper psychische und physische Traumata speichert, ist auch Grundlage vieler anderer Therapien. In der Traditionellen Chinesischen Medizin beispielsweise spricht man von Xue- und Qi Stagnationen in traumatisch besetzten Körperteilen.

Die Behandlung von Bindegewebsfascien nimmt in der Cranio Sacralen Therapie eine besondere Rolle ein.
Dr. J. E. Upledger stieß bei seiner Arbeit durch Zufall auf das Phänomen des „Gewebegedächtnisses“.
Traumen, z.B. durch Sturz, Schlag, Operationen oder sehr prägende seelische Stressmomente oder auch schon durch die Geburt, führen, wenn sie vom Körper nicht direkt verarbeitet und aufgelöst werden, zu Verhärtungen im umgebenden Bindegewebe.

Die Ursache für die Pulsation der Rückenmarksflüssigkeit ist nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich jedoch liegt dieser Pulsation ein Regulationsmechanismus zugrunde, wie er auch aus verschiedenen anderen menschlichen Systemen bekannt ist, z.B. dem Endokrinum (Hormonsystem).

Zentrum des Cranio-Sacralen Systems ist der Liquor (Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit). Er umfließt Gehirn und Rückenmark und bildet somit ein Polster zwischen Nervengewebe und umgebenden Schädel- und Wirbelsäulenknochen.

Die Cranio Sacrale Therapie ist aus der Osteopathie heraus entstanden, genauer gesagt aus der „Osteopathy in the Cranial Field“ - begründet vom US-amerikanischen osteopathischen Arzt William Garner Sutherland D.O., einem Schüler von Andrew Taylor Still, dem Begründer der Osteopathie (The Cranial Bowl, 1939).

Die heutige Ausprägung als von der Osteopathie losgelöste Therapieform erhielt sie im Wesentlichen durch den Osteopathen John E. Upledger (Craniosacral Therapy, 1983). Upledger reduzierte das Behandlungskonzept der „Osteopathy in the Cranial Field“ auf ein Konzept aus 10 Schritten und verband es mit der alternativen Psychotherapie der 1970er Jahre zum Konzept der „Somato Emotional Release“ (körperlich-seelische Lösung). Er postulierte dafür sogenannte „Energie-Zysten“, in denen sich ein Trauma im Gewebe fixiere.

 

 

In den Jahren 1793 und 1824 entdeckten zwei britische Anatomen die Verknöcherung des menschlichen Schädels bei der Leiche, d.h. die Auflösung der Nähte zwischen den einzelnen Schädelknochen. Aufgrund dieser Entdeckung hält die englischsprachige Medizinliteratur bis heute an dem Glauben fest, der menschliche Schädel verknöchere mit dem Ende des Wachstums (13. – 19. Lebensjahr) und sei im Erwachsenenalter ein festes und starres Gebilde. In der italienischsprachigen Medizinliteratur wurde diese Meinung schon lange revidiert.