Damit ist der Beweis erbracht, daß die kleinste Form der Lebendssubstanz nicht zerstörbar ist. Nun wissen wir ja aus dem von Robert Mayer schon im vorigen Jahrhundert formulierten Gesetz von der Erhaltung der Energie, daß keine Energie spurlos verschwinden kann.

Deshalb ist es unvorstellbar, daß diejenigen Kraftquellen, die der Zelle bislang ein Sonderdasein innerhalb der unbelebten Materie ermöglichten, beim Zelltode sich in ein Nichts auflösen sollen.

Wo bleiben nach dem Zelltode jene Kraftquellen, die als Ausdruck oder auch nur als Träger der lebendigen Substanz die Zelle überhaupt erst zu einem lebendigen Gebilde machten? Da die lebende Substanz prinzipiell von der unbelebten Materie unterschieden wird, kann man sie theroretisch auch nicht in unbelebte Materie ohne einen wesentlichen Eigenverlust übergehen lassen. Jedes Bakterium hat also einen Kern oder Kernäquivalent (Mych genannt). Diese Erkenntnis von Professor Enderlein wurde später bestätigt, ebenso die von ihm aufgestellte Lehre des Pleomorphismus, die besagt, daß jede spezifische Mikrobenart sich unter entsprechenden Voraussetzungen gesetzmäßig über die Virusform zum Bakterium und daraus zum Pilz entwickeln kann.

In seiner Bakteriencyclogenie hat Enderlein diese Nachweise lückenlos erbracht, ebenso auch den Nachweis, daß es kein steriles und keimfreies Blut gibt, was andernfalls den Monomorphismus stützen würde.